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Kulturgut, München und Umland, Wohnlich

Wohnen: Porzellan Manufaktur Nymphenburg

München Nymphenburg Porzellan

Manchmal frage ich mich, warum ich eigentlich blogge. Warum ich so viel Zeit damit verbringe, Zeilen zu schreiben, von denen ich oft nicht weiß, ob sie sie überhaupt gelesen werden. Zudem ist „Ein Stück vom Glück“ schwierig in eine Schublade zu stecken. Hier tummeln sich Hochzeitspapeterie neben Interieur-Tipps. Reiseberichte neben DIY-Ideen. Ich habe mir schon oft Gedanken gemacht, ob ich mich auf eines der Themen spezialisieren sollte. Ob das lukrativer für mich wäre, es leichter wäre Kooperationspartner zu finden.
Doch dies ist ein persönlicher Blog und das hier sind die Themen, die mich interessieren und beschäftigen. Würde ich eines der Dinge streichen – es würde mir ein großes Stück fehlen. Seit über 4 Jahren Bloggen mit Pausen und Motivationstiefs, gibt es immer wieder Momente, da weiß ich warum sich das alles hier lohnt: Warum mein Bauchgefühl, das mich immer wieder antreibt, weiter zu machen, Recht behält: Sei es ein lieber Kommentar zu unerwarteter Zeit, große Begeisterung für neue Hochzeitspapeterie, der COUCH-Artikel mit unseren München-Tipps und natürlich das DIY-Buch (kleine Vorschau … nächste Woche mehr), welches mir ganz neue Perspektiven eröffnet hat und mich ein großes Stück weitergebracht hat.

München Nymphenburg Porzellan

Und noch so ein besonderer Moment war vor ein paar Wochen, als die Anfrage kam, ob ich Interesse hätte, die Königliche Porzellan Manufaktur Nymphenburg zu besichtigen. Ich freute mich sehr über diese Mail, weil es für gewöhnlich nicht möglich ist, einen Blick in die Werkstätten zu werfen. Ende letzter Woche haben Gregor und ich eine persönliche Führung durch die Manufaktur machen dürfen, uns wurden die einzelnen Arbeitsschritte der Porzellanherstellung erläutert und wir tauchten in eine völlig andere Welt ein. Eine Welt, wo die Uhren langsamer, behutsamer laufen. Wo Sorgfalt und höchste Konzentration im Tun, eine Atmosphäre schaffen, die einen selbst sehr berührt und uns noch lange beschäftigt hat.

München Nymphenburg Porzellan

München Nymphenburg Porzellan

In den alten Gemäuern im nördlichen Schlossrondell ist schon seit über 250 Jahren die Porzellanmanufaktur beheimatet. Mit einer faszinierenden Präzision und Geduld schaffen dort Menschen kleine Meisterwerke. Stundenlang werden aus feinstem Porzellan, das 2 Jahre lagern muss, bevor es verarbeitet werden kann, Blüten geformt, Nilpferde bemalt und Vasen verziert. In den Ateliers der Kunsthandwerker herrscht eine ganz besondere Aura und man fühlt sich ganz weit weg vom alltäglichen Wahnsinn und doch ist man mitten in München. Gleich nebenan die Touristenströme, die das Schloss besichtigen und der Trubel einer ganz normalen Großstadt.

München Nymphenburg Porzellan

München Nymphenburg Porzellan

Der Besuch hat uns sehr viel Freude gemacht. Wir haben noch lange darüber geredet und Freunden davon berichtet. Die Porzellanfiguren sehe ich inzwischen mit anderen Augen, auch wenn ich davor das eine oder andere Stück vielleicht zu überladen oder verziert empfand, weiß ich jetzt, wie viele Stunden und wieviel Sorgfalt in so einem kleine Stück steckt.

München Nymphenburg Porzellan

München Nymphenburg Porzellan

Besonders gefallen hat mir nach wie vor die Edition Lightscape von Ruth Gurvich, eine aus Argentinien stammende Künstlerin. Die Vasen, Schalen und Teller, die aussehen, wie aus Papier gefaltet, zelebrieren die Ästhetik des Unperfekten.  Ein weiterer Favorit: Die Tierschalen mit Hase, Vogel oder Nilpferd, sowie die Entwürfe, die immer wieder mit bekannten Designern und Künstlern entstehen. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was es die nächsten Jahre aus dieser anderen Welt Neues geben wird und bin froh, dass es solche Orte immer noch gibt, an denen die Uhren etwas anders ticken.

München Nymphenburg Porzellan

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3 Comments

  • Reply Sabine von azurweiss

    Oh – du warst im Paradies! Ich liebe Porzellanmanufakturen. Und ich mag Porzellan mit Geschichte und leiste mir ab und zu ein Traditionsstück. Herzlich, Sabine

    12. Juni 2014 at 11:18
    • Reply Julia

      Liebe Sabine, oh ja! Das ist es wirklich: Ein Porzellanparadies :)

      12. Juni 2014 at 11:22
  • Reply Jutta Schultz

    Hach, da geht einem doch das Herz auf! Herrlich, wenn man so mit Liebe arbeiten kann….

    12. Juni 2014 at 15:22
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