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Gedanken: Was tun.

Diakonia Flüchtlinge Spende

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber die Geschehnisse der letzten Tage und Wochen machen mich einfach sprachlos. Ich spüre eine unbeschreibliche Wut. Ich bin auf der Suche nach Wegen und Mitteln etwas dagegen zu tun, mich zu engagieren. Schon vor Weihnachten wollte ich eigentlich einen Bericht über unseren Tag in der Erstaufnahmeeinrichtung Bayernkaserne schreiben, aber in all den adventlichen Spendenaufrufen hatte ich die Befürchtung, dass der Artikel untergeht. Nun ist das Thema leider brisanter denn je.

An einem Adventssamstag haben wir im münchner Flüchtlingsauffanglager bei der Kleiderausgabe geholfen. Die Idee, dort ehrenamtlich zu arbeiten, kam recht spontan durch eine Freundin: Man trägt sich online in eine Doodle-Liste ein, trifft sich an der Pforte der Bayernkaserne, wo man von Mitarbeitern der Organisation Diakonia eingeführt wir und wird dann in unterschiedliche Gruppen eingeteilt. Wir Mädels waren für das Kleidersortieren zuständig, unsere Jungs betreuten die Flüchtlinge in der Kleiderausgabe. Bevor wir die Kaserne besuchten, haben wir uns viele Gedanken gemacht, wie der Tag wohl so verlaufen würde: Wäre die Stimmung sehr beklemmend? Wie mit den Flüchtlingen richtig umgehen? Welche Schicksale würden uns dort begegnen?

Im Nachhinein kann ich sagen: Es war eine sehr wichtige Erfahrung und ich möchte mich bald wieder eintragen, um dort zu helfen. Denn gerade jetzt im kalten Januar und Februar fehlt es bei den Flüchtlingen an warmen Wintersachen. Teilweise kommen die Menschen, die eine wochen- oder monatelange Flucht (meist von Syrien oder Afrika) hinter sich haben, nur in Flip-Flops und sommerlicher Kleidung zur Ausgabe. Einen europäischen Winter, bei dem man Handschuhe, Schal und Mütze braucht, ist ihnen fremd. Die Atmosphäre war übrigens gar nicht beklemmend, sondern herzlich und gelöst. Es hat einfach gut getan mitzuhelfen und mit den Flüchtlingen in Kontakt zu kommen. „Zu tun“ hilft sehr gegen diese Wut und Hilflosigkeit, die man verspürt, wenn man die täglichen Nachrichten verfolgt. Es hilft seinen eigenen Blick auf die Dinge zu schärfen.

Wer helfen möchte, kann sich nach wie vor in die besagte Diakonia-Liste eintragen. Im bin mir sicher, ähnliche Doodle-Listen finden sich auch auf den Websites anderer sozialer Organisationen. Schaut doch mal bei Eurem Wohnort danach Ausschau. Und wer Kleider spenden möchte: Die Flüchltlinge sind vor allem junge, zierliche Männer, die vor allem warme Sachen, Koffer und Drogerieartikel für ihre Weiterreise benötigen.

Flüchtlinge, Diakonia, Bayernkaserne

Ich habe dazu eine kleine Packliste illustriert, die Ihr auch gerne teilen könnt. Auf der Diakonia-Seite gibt es auch eine Übersicht, die regelmäßig aktualisiert wird. Wer noch mehr über die Schicksale in der Bayernkaserne erfahren möchte, dem sei dieser Artikel der Süddeutschen Zeitung empfohlen, der vor Weihnachten online ging.

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3 Comments

  • Reply Marlene

    …auch so bleibt ein „Stück vom Glück“ übrig zum Weitergeben an die, die es grade dringend brauchen. Danke für den Anstoß hier und die Tipps zu den Möglichkeiten, sich zu beteiligen.

    Örtliche Initiativen und die lokale Tagespresse bieten derzeit auch Infos zu öffentlichen Infoveranstaltungen an für Interessierte – auch konfessionsübergreifend, vielleicht hält das Gefühl, etwas tun zu wollen, auch über die Adventstage hinaus an? Daumen hoch!

    9. Januar 2015 at 16:43
  • Reply Bemerkenswert :: kreativ und nachdenklich

    […] Kaltmamsell war Kleider sortieren in der Diakonie in München. Ein Stück vom Glück auch. Ein Beitrag zur Flüchtlingshilfe, der mehr gebraucht wird, als Sachspenden. Ich hatte mir kurz […]

    12. Januar 2015 at 13:54
  • Reply Julia

    Supertipp mit dem Doodle, danke! Endlich weiß ich mal, wohin mit meinem Aktionismus :)

    30. Januar 2015 at 13:16
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