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Unterwegs

Zu Besuch auf dem VITRA-Campus

Vitra Campus, Vitra Haus

VitraCampus

Viele Leute, die sich designaffin nennen, richten sich gerne mit dieser Möbelmarke ein. Manche ausschließlich. Ist man bei diesen Menschen zu Besuch, kommt man sich eher vor wie in einem Interior-Showroom. Auf den ersten Blick schaut die Wohnung zwar toll aus, weil die Möbel ohne Zweifel großartig sind, aber die persönliche Note fehlt. Wenn man Produkte von Vitra kauft, kann man nichts falsch machen und so richtet sich so mancher, der es sich leisten kann, komplett damit ein. Durch diese Omnipräsenz hatte ich, ehrlich gesagt, immer ein zwiespältiges Verhältnis zu dem großen Möbelhersteller. Es gab Zeiten da fand man auf jedem zweiten Interior-Blog, jeder Seite in einer Wohnzeitschrift oder dem täglichen Schnappschuss von Wohnexperten auf Instagram, den Eames Plastic Chair stilvoll in Szene gesetzt. Keine Frage, dieser Stuh ist ein zeitloser Klassiker und auch ich habe mir vor ein paar Jahren einen geleistet, aber trotzdem gibt es doch auch noch andere formschöne Stühle, die es Wert wären, gezeigt zu werden.

Das dieser fehlende Mut für Neues aber rein gar nichts mit dem besagten Möbelhersteller zu tun hat, haben wir durch den Besuch des Vitra-Campus erfahren. Der Besuch von Werksgelände, brandneuem Schaudepot, dem Museum und natürlich dem Vitra-Haus war so inspirierend und abwechslungsreich, dass wir noch lange davon zehren werden.

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Nähert man sich dem Gelände, fällt einem schon von weitem der Turm mit der Vitra-Uhr ins Auge, der eigentlich eine überdimensionale Röhrenrutschbahn ist. Wer sich traut, schnappt sich eine Filzmatte und besteigt den 17 Meter hohen Koloss.

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Besonders gespannt waren wir auf das erst im Juni 2016 eröffnete Schaudepot. Das Herz des Schaudepots ist eine Sammlung aus über 400 Schlüsselstücken des Möbeldesigns, vom Bugholzmöbel bis zu jüngsten Entwürfen aus dem 3D-Drucker. Die haushohen Regale gefüllt mit Designklassikern sind wirklich beeindruckend.

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Im Untergeschoss findet man eine große Leuchtensammlung, Einblicke ins italienische und skandinavische Design, sowie den Nachlass von Ray und Charles Eames.

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Der Vitra-Campus ist riesig und es gibt so viel zu entdecken. Falls Ihr alles besichtigen möchtet, plant auf jeden Fall einen Tagesausflug ein. Zum Glück gibt es auf dem Gelände so schöne Cafés wie das im Schaudepot, in dem Ihr Euch eine kleine Verschnaufspause gönnen könnt. Besonders die Menüwand hat’s uns übrigens angetan.

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Zurzeit ist im Museum das Werk von Alexander Girard zu sehen. Er war Textildesigner, Innenarchitekt und Corporate Designer. Bei Vitra wurde er durch seine farbenfrohen Holzmännchen bekannt. Aber auch die Grafiken, Textilmuster und Erscheinungsbilder, die er entworfen hat sind großartig.

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Das Vitra-Haus, der Flagshipstore auf dem Gelände, wird immer wieder neu von Designern bespielt und umgestaltet. Gerade hat die Gestalterin India Mahdavi das oberste Stockwerk in Alices Wunderland verwandelt. Eine phantasievolle Installation inspiriert durch die bekannte Geschichte mit dem Mädchen und dem Hasen. Unbedingt anschauen, wenn Ihr Vitra besucht.

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Das war unser recht umfangreicher Bericht aus Weil am Rhein. Zusammen mit dem Kunstspaziergang Rehberger Weg und der Übernachtung im Hotel Eckert, war es ein wunderbarer Abschluss unseres Urlaubs. Aber auch als Kurztripp kann ich Euch diese drei Stationen sehr ans Herz legen.

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3 Comments

  • Reply Vitra

    Liebe Julia und Gregor

    Vielen Dank für Euren netten Bericht und die vielen Bilder, wir haben uns sehr darüber gefreut.

    Nur eine klitzekleine Bemerkung möchten wir anbringen: Ihr sagt, dass es viele Menschen gibt, die sich komplett mit Vitra einrichten – weil man damit nichts falsch machen kann. Das finden wir ganz und gar nicht: Erstens kennen wir kaum solche Interieurs, die zweitens auch nicht wirklich in unserem Sinn sind, denn wir glauben an das Prinzip der Collage: an lebendige Einrichtungen mit individuellem Charakter durch Mischungen aus Alt und Neu, High-Tech und Handwerk, Klassik und Zeitgeist – zusammengekommen von diversen Herstellern, Antiquitätenhändlern, Reisen etc. Und drittens kann man mit vielen Produkten von Vitra sehr wohl etwas falsch machen, denn oft verkörpern sie formal starke Charaktere, von denen zu viele im selben Raum einander nicht guttun.

    Natürlich freuen wir uns über den Erfolg des Eames Plastic Chairs – aber wir arbeiten mit herausragenden zeitgenössischen Designern laufend auch an der Erweiterung unserer Stuhl-Kollektion: https://www.vitra.com/de-de/living/product/category/chairs

    In diesem Sinne die besten Grüsse aus der Schweiz, Vitra

    11. August 2016 at 16:07
    • Reply Julia

      Hallo Vitra,

      und wir freuen uns sehr über Euer Kommentar!

      Da stimmen wir völlig mit Euch überein: Die richtige Mischung macht’s.
      So präsentiert Ihr Euch auch in Eurer Kommunikation und so haben wir Euch
      auch in Weil am Rhein wahrgenommen.

      In Sachen Stühle sind unsere derzeitigen Lieblingsdesigner übrigens die Bouroullecs.

      Herzliche Grüße,
      Julia und Gregor

      12. August 2016 at 10:05
  • Reply Becci

    Liebe Julia,
    den Bildern nach zu urteilen war das ein vergnüglicher Tag. Und ganz ehrlich, die Menütafel ist ja der KNALLER! Liebe auf den ersten Blick, würde ich sagen :-)
    Liebe Grüße
    Becci
    Schönes scheint

    11. August 2016 at 16:43
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