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Familienalltag

    Kind und Kegel, Kreatives Kinderzimmer

    Ein Jahr zu viert

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    Ein Jahr zu viert. Um genau zu sein schon 13 Monate, denn Ellas Geburtstag war vor knapp vier Wochen. Wie schon vor dem ersten Kind hab ich mir viele Gedanken gemacht. Wie das so weitergeht, wenn wir dann zu viert sind. Phrasen spukten in meinem Kopf herum, die man immer wieder hört. Sätze die sich – ob man das will oder nicht – einbrennen und hängen bleiben. Einer geht: »Na mit einem Kind könnt ihr das noch machen, aber mit zwei ist das vorbei …« oder dieses »Ein-Kind-ist-kein-Kind« Gerede oder dass es finanziell dann richtig teuer wird.

    Also hab ich mich einerseits sehr auf Ella gefreut und andererseits hatte ich wieder etwas Magen-Grummeln gespürt. Wuppen wir das? Oder wird es jetzt tatsächlich alles anders und wir fahren mit unserem »beide-Selbstständig-und-beide-für-die-Familie-da-Konzept« gegen die Wand. Aus und vorbei. Einer lässt sich dann zur Sicherheit fest anstellen. Geht nicht mehr anders. Eine Work-Life-Balance-Utopie sozusagen.

    Und? Butter bei die Fische? Jetzt mal ehrlich?

    Ne! Leichter wird es nicht. Man wächst an seinen Aufgaben sozusagen. Ja, ich geb zu zwei Kinder ist nochmal eine andere Hausnummer. Großen Respekt an alle Alleinerziehenden da draußen oder Familien mit Kinderschar … ich zieh meinen Hut. Nichts ist anstrengender als einen Sack Flöhe hüten, die sich gerne auch mal Kabbeln und oft unterschiedliche Pläne vom Tag haben.

    Unser Wohnung ist ein Fass ohne Boden. Ständig tun sich neue Baustellen auf. Ella trägt gerade sämtliche Dinge durch die Wohnung, die nicht niet- und nagelfest sind und so findet man ab und an Zahnbürsten in der Küche oder Müsliverpackungen im Bad. Mit unseren Wäschebergen kann man manchmal Wolkenkratzer bauen. Ein Kampf gegen Windmühlen. Maximal einen Tag schaffen wir es, die Wohnung einigermaßen in Schacht zu halten und dann hat wieder einer oder sagen wir lieber zwei kleine Wirbelstürme durch die Zimmer geweht. Klar, wenn das Baby schläft könnte man theoretisch aufräumen, aber ach so, da war ja noch was: die Arbeit! und so sitzt man eher mal im Chaos am Küchentisch oder auf dem Sofa und nutzt die 2-3 Stunden (ja tatsächlich so lang gerade, juhuuu!) um Jobs zu erledigen. 

    Nicht jedermanns Sache und man braucht auch ein bisschen, um sich an diese Situation zu gewöhnen, aber inzwischen schaffe ich es tatsächlich auf den Konzentrier-Knopf zu drücken und loszulegen, sobald Ella schlummert. Und einmal die Woche bekommen wir dann einen Rappel räumen auf wie die Irren.

    Der These, dass viele Sachen mit einem Kind noch gehen und mit zwei gar nicht mehr, kann ich inzwischen widersprechen. Es hat ein paar Monate länger gedauert, dass wir mit beiden Kindern auf »Tour« gegangen sind. Tatsächlich musste es sich etwas eingrooven und wir sind mit Ella als Baby nicht auf so vielen Messen und Veranstaltungen gewesen, wie wir das mit Justus noch gemacht haben. Seit wir an unserem neuen Buch arbeiten, geht es aber oft wieder nicht anders und wir sind ins kalte Wasser gesprungen. Unterwegs mit beiden Kindern. Ich bekomme zwar vor jedem Trip einen kleinen (bis großen) Nervenzusammenbruch – denn das Packen ist für mich immer noch der blanke Horror – aber wenn wir dann endlich zu viert im Auto sitzen, bin ich glücklich. Glücklich dass wir zu viert unterwegs sein können. Und wenn beide Kinder im Auto schlafen bleibt auch endlich Zeit sich mal in Ruhe als Paar zu unterhalten.

    Auch bei Kundenterminen ist mal ein Kind dabei. Das hat uns schon mal einen Auftrag gekostet, weil ein Kunde damit nicht klar kam, obwohl Ella die meiste Zeit vom Meeting friedlich in der Trage geschlummert hat. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass da ein Umdenken stattfinden muss und wir das selbst sehr gut abschätzen können, wann wir mit Kind anrücken können und wann das nicht funktioniert. Falls ein Kunde das anders sieht, passen wir vielleicht auch einfach nicht zusammen. 

    Was uns immer wieder sehr hilft, den Alltag zu wuppen ist die Tatsache, dass wir in einem Mehrgenerationenhaus leben. Als wir vor vier Jahren nach Dachau zogen, haben wir sehr der großen Stadt nachgetrauert und es gibt immer wieder Tage, da sehnen wir uns danach zurück, mittendrin zu wohnen. Doch wir wissen es unheimlich zu schätzen, dass wir eine rüstige Uroma und einen Opa im Haus haben, die uns sehr unterstützen. Wir arbeiten viel von zuhause aus, da ist ein „Kannst du mal kurz auf die Kinder aufpassen“ Gold wert, wenn man sich mal schnell beim Kunden melden muss oder Fotos für das neue Buch schießen möchte. Unser Büro ist inzwischen in Fahrrad-Nähe und so lohnt es sich auch mal für 1-2 Stunden dorthin zu fahren, wenn man wirklich seine Ruhe braucht.

    Ich weiß, das klingt jetzt gerade so locker flockig, nach »ich hab alles im Griff«. Stimmt nicht. Es gibt Tage, da geht gar nichts. Da verzweifelt man am kleinsten Hindernis und sitzt heulend am Küchentisch. Doch was ich die letzten Jahre mit Kindern auf jeden Fall gelernt habe: Morgen ist ein neuer Tag. Leg dich hin, versuche zu schlafen und neue Kräfte zu tanken. Mit einem Kaffee (viel Kaffee!) und ein paar Stunden Schlaf schaut die Welt schon wieder anders aus.

    Die Bilder, die ihr bei diesem Post seht, sind in unserem temporären Fotostudio entstanden, das wir gerade für unser neues Buch installiert haben. Der süße Kinderwagen und die Typo-Würfel sind von Sebra und wurden mir freundlicherweise von Flinders zur Verfügung gestellt. Danke für die tolle Kooperation. Die Blüten dazu zu legen, war übrigens Justus’ Idee. Er liebt es zu dekorieren und mit zu werkeln. Es ist wirklich schön zu sehen, dass er versteht, was wir machen und Freude daran findet mitzuwirken. Auch noch so ein Vorteil, wenn man viel zu viert macht.

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    Kind und Kegel

    Alltagskram
    Wir Vier

    Dieser Text liegt schon ein paar Wochen in der Blogschublade. Aber den Muttertag finde ich einen guten Anlass, Euch mal unseren Alltagskram zu präsentieren … und sicherlich sieht dieser Rhythmus dann in ein paar Wochen schon wieder ganz anders aus. Denn wer Kinder hat, weiß dass sich so was ständig ändert, auch wenn man denkt man hat gerade seinen „Flow“ gefunden.

    Hinter die Kulissen von anderen Leuten schauen mag ich. Deshalb gibt es heute mal Alltagskram von uns: So schaut ein gewöhnlicher Tag bei uns aus: Wir wachen um sieben auf. Für gewöhnlich ohne Wecker, denn auf die innere Uhr unseres inzwischen 7 Monate alten Babys ist verlass. Ab ins Bad, waschen, Zähne putzen… Mit Krokodilen und Eidechsen den 3-Jährigen anziehen, (denn nichts funktioniert besser als mit Geschichtenerzählerei) viel Geduld haben und sich wie über einen 6-er im Lotto freuen, wenn das Kindergarten-Kind in voller Montur und möglichst wenig Zwischenrunden das Badezimmer verlässt. Das Baby ist dieses morgendliche Spektakel zum Glück schon gewohnt. Liegt quietschvergnügt am Boden auf der Wickelablage und beobachtet fuchtelnd und voller Bewunderung für den großen Bruder das Anzieh-Prozedere.

    Dann vielleicht Frühstück für alle. Meist aber nur für die Eltern. Denn der Große hat meist noch nicht so viel Hunger am Morgen. Überredungskünste und die tollsten Frühstückszutaten helfen da leider auch nicht weiter. Die Kleine sitzt noch immer quietschvergnügt in ihrer Babyschale. Zwischendurch versucht sie krampfhaft sich aufzusetzen. Nur noch wenige Situps bis zum richtigen Sitzen. Für uns: Erstmal Kaffee. Die erste Zeit nach der Geburt habe ich den Tag dank Stillhormone noch ohne Koffein geschafft. Wie das gehen soll, kann ich mir momentan gar nicht mehr vorstellen.

    Die Jungs verlassen das Haus. Mal mit großen Drama, manchmal freudig und ohne Diskussionen. Tagesform eben. Besondere Ereignisse wie Turntag, Fasching oder Geburtstage helfen da sehr bei der Motivation ohne großes Gedöns ins Auto zu steigen. Oder noch ein kurzer Besuch bei Uri im ersten Stock. Es lebe das Mehrgenerationenhaus.

    Ruhe nach dem Morgensturm. Wir zwei Mädels sitzen noch kurz am Frühstückstisch, ich nehme noch einen Schluck von meinem Kaffee. An manchen Tagen spring ich samt Baby ins Bad, um mich fertig zu machen. An manchen Tagen ist die Kleine schon wieder so müde und hungrig, dass es Zeit für einen Schlummerdrunk ist. Schläft das Baby, heißt es schnell zurück in die Küche, Frühstückstisch abräumen und Rechner aufklappen. Zeit für Mails und Jobs nutzen. Noch im Schlafanzug, denn die wertvolle Zeit zum Duschen und anziehen nutzen ist Verschwendung. Das geht auch mit Baby. Die Schlafphasen unserer Tochter sind kurz. Nach spätestens 40 Minuten tönt es aus dem Babyphone. Wir zwei im Bad. Anziehen. Räumen mit Baby auf dem Arm oder schimpfendem Baby, das auf dem Teppich krabbeln übt. Schnell ist elf Uhr, zweite Stillphase. Mit sattem Baby aus dem Haus. Besorgungen machen. Spaziergang durch den Wald. Baby schläft. Beim Spazieren gehen telefoniert es sich am Besten. Oft rede ich mit Susanne über Herzlichst. Viele neue Ideen. Zu wenig Zeit um sie umzusetzen. Susanne meint die Zeit kommt wieder. Sie hat bestimmt recht.

    Unser Vormittag zu zweit ist zu Ende. Ums eins kommen die Jungs aus Büro und Kindergarten zurück. Gemeinsames essen. Das Baby liebt Brei. Eine wahre Freude sie zu füttern. Wieder ein Schälchen geschafft. Bingo. Der große Bruder mag Mittagsessen nach dem Kindergarten nicht so. Eins ist gerade einfach eine blöde Zeit. Viel zu müde. Auch fürs Lieblingsessen. Tricks wie Kinderessen kochen funktonieren dann leider auch nicht. Viel besser: Milchflasche auf dem Sofa. Wann unser KInd wohl von dieser Droge loskommt? Wann isst das Kind endlich mal vernünftig? Momentan bin ich einfach zu müde, um mir deswegen Gedanken zu machen. Ich vermute die Phase wird einfach irgendwann vorbei sein. Wie das mit den Windeln auch. Von einem Tag auf den anderen und man hat sich unnötig deswegen den Kopf zerbrochen.

    Unsere Nachmittage sind wetter- und programmbedingt recht unterschiedlich. Oft verbringen die Jungs die Zeit in der Werkstatt. Gregor baut an neuen Entwürfen und Aufträgen und Justus baut auch. Oder Spielprogramm für beide Kinder, wobei ich da das Gefühl habe, dass das Baby da oft etwas zu kurz kommt, denn ein 3-Jähriger verlangt die volle Aufmerksamkeit. Gerade wenn man merkt, dass das Baby eigentlich müde ist und der große Bruder natürlich ungern ruhig im Bett daneben liegt, bis die Schwester eingeschlafen ist. Es gibt so Tage da funktioniert das gar nicht, da dreht man innerlich (und irgendwann auch für alle sichtbar) völlig durch. Fremdbestimmung komplett. Und dann gibt es so Tage, da läuft es reibungslos. Mama und Sohn schleichen sich vorsichtig aus dem Schlafzimmer heraus, um Zeit zu zweit zu verbringen. Ein Leben mit Kindern fühlt sich manchmal an wie ein Leben voller Lottogewinne. 

    Wir leben in Gregors Elternhaus. Zu unserem Umzug vor drei Jahren gab es hier und hier schon was zu lesen. Uri ganz unten, in der Mitte Opa und oben wir. Inzwischen weiß ich das sehr zu schätzen. Justus bewegt sich frei im Haus, besucht mal hier mal da. Das bedeutet auch mal eine halbe Stunde für uns. Bedeutet aber auch, das man es eher weniger unter Kontrolle hat, wo sich das große Kind so rumtreibt, was es isst und tut. Selbstbestimmter 3-Jähriger. Segen und Fluch zugleich.

    18 Uhr Abendbrot. Oder manchmal sogar lieber früher. Denn später ist Justus wieder zu müde und die Essendiskussion fängt wieder an. Je früher, desto hungriger. Das Baby ist schon hundemüde und muss ins Bett. Da werd ich dann manchmal hektisch, wenn ich merke, dass die Stimmung kippt und ich mich nicht vollkommen um die Kleine kümmern kann, sondern eher um die Launenhaftigkeit des Großen. Aber meist klappt alles gut. Kindersendung für den großen Bruder (bei uns gibt es Kurzfilme aus der „Sendung mit der Maus“ oder „Löwenzähnchen“), Stillen für die Kleine. Ruhe kehrt ein. Seit es keinen Mittagsschlaf für das Kindergartenkind mehr gibt, ist spätestens ab 20 Uhr Elternzeit.

    Elternzeit. Manchmal wir beide auf dem Sofa. Meistens wir beide mit dem Rechner. Anderen Paaren wird das vielleicht etwas komisch vorkommen, aber wir freuen uns darauf: Endlich mal eine Stunde den eigenen Ideen nachgehen können. Ich liebe das Mama-Sein, aber ich liebe es ebenso meine Projekte voranzutreiben. Mit diesem Adrenalin und etwas Schokoloade, bekommt man auch noch trotz wenig Schlaf ein bisschen was hin. Wir haben uns dazu entschlossen diesmal alles komplett zu teilen. Mir ist das wichtig, auch wenn ich manchmal innerlich fluche und ab und an auch in Tränen ausbreche, da ich Angst habe eine Abgabe nicht zu schaffen. Wenn es aber dann vom Tisch ist, freue ich mich auf die nächste Aufgabe, bin stolz und genieße kurz. 

    Spätestens um halb zwölf ist bei mir dann wirklich Schicht. Jede Minute, die ich länger wach bleibt spüre ich am nächsten Tag. Nachts durchschlafen ist nämlich momentan noch nicht. Vielleicht in der nächsten Phase?

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